Das Unternehmen als Person? Teil 1

15 Nov

LASS DIE LEUTE REDEN. Menschen kommunizieren und interagieren miteinander. Wenn sie sich nicht sehen können schreiben sie sich Briefe, Telegramme, morsen, oder funken sich an. Beziehungsweise, sie schicken sich elektronische Post, schreiben Kurznachrichten, posten, chatten, telefonieren, skypen. Die zahlreichen virtuellen Communities und Forengemeinschaften geben Gesprächen einen kollektiven Raum, sie beschleunigen und archivieren Diskussionen (andere Inhalte und Funktionen mal ausgenommen). Unternehmen, gleich welcher Branche, versuchen auch an diesen Unterhaltungen teilzunehmen, nur klappt das oft nicht so recht.

OUT OF CONTROL. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. (BVDW) hat einen Leitfaden zu diesem Thema herausgebracht: „Messbarer Erfolg im Social Media Marketing – 10 Tipps für Unternehmen“. Ich will hier nicht zwingend jeden einzelnen Punkt abhandeln, aber der erste erwähnt gleich einen wichtigen Faktor der von den meisten Firmen (vor allem denen ohne „digitalen“ Bezug) leicht übersehen wird: Planung der Kommunikation ist wichtig, wie im traditionellen Marketing, aber eben nur bis zu einem gewissen Grad machbar. Volle Kontrolle ist nicht.

GREENPEACE, DER WAL & DAS INTERNET. Ein klares Beispiel für diese Umstände zeigt eine Greenpeace-Aktion auf der Diskussions-Website Reddit. Alexis Ohanian, Mitgründer des Portals, erläutert die Analogie des Falls „Mister Splashy Pants“ von 2007:

DER MENSCH BLEIBT MENSCH. Ob ich eine Seite auf Facebook erstelle und dort Konversation anschiebe, oder über meine eigene Produktion in den Filmdatenbanken und -communities IMDB oder Criticker mitdiskutiere, es geht schließlich immer um einen Dialog zwischen Menschen. Menschen mit individuellen Bedürfnissen, Gefühlen und Meinungen. Ích will sagen, die erste (Selbst)erkenntnis muss die sein, dass ich (als Marketingverantwortlicher) als Person agiere und nicht als Unternehmen. Das, wie es so oft heißt, Unternehmen „als Person zu verkaufen“ ist schonmal Unsinn und zum Scheitern verurteilt.

Fortsetzung folgt …

 

Quellen:

http://www.bvdw.org/medien/bvdw-veroeffentlicht-social-media-leitfaden-fuer-unternehmen-und-mitarbeiter?media=1770

http://www.reddit.com/

http://www.ted.com/talks/lang/eng/alexis_ohanian_how_to_make_a_splash_in_social_media.html

http://www.imdb.com/

http://www.criticker.com/

 

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4 Antworten to “Das Unternehmen als Person? Teil 1”

  1. v!nc3nzo November 22, 2010 um 4:25 pm #

    Teile die Meinung, dass Kommunikation nur begrenzt planbar ist -sowie alles andere auch seine natürlichen Grenzen aufweist. Die Kommunikation im unternehmerischen Sinne beinhaltet allerdings nicht immer das konkrete Ziel innige Freundschaften aufzubauen, sondern nur ihre versteckten Kommunikationsziele zu erreichen: und die sind zumindest bis zu dem Grad planbar, als das man die Richtung der Lavine und ihre Intensität bestimmt. Für das Unternehmen, gerade im Social Media Bereich, gilt es sich authentisch darzustellen, frei nach dem Motto „Ja, wir wollen euch etwas verkaufen, aber helft uns unsere Produkte für euch zu verbessern. Was können wir besser machen?“ und dies auf einer Brandbreite von www-Kanälen. Die Kontrolle und weitere Planung darüber, ist nur über Pflege und frühzeitige Interventionen möglich und mit hübschen Tools wie „google alert“ & Co 🙂

    • Peter Krueger November 22, 2010 um 5:40 pm #

      Sicher, es geht nicht um Freundschaften, sondern darum, den Kerngedanken der Unternehmung und des Produkts zu kommunizieren. Natürlich ist daher die Richtung bestimmbar. Ob es eine „Lawine“ wird oder nicht, auch da kannst du, neben deinem Instinkt, dem guten Produkt oder Talent, einige Faktoren absichern (durch Wirkung testen, Daten auswerten, modifizieren, usw). Das habe ich weder bezweifelt, noch ist das der Punkt.

      Ich spreche hier über ein generelles Missverhältnis zwischen Unternehmen und Kunden. „Sich authentisch darzustellen“ ist ähnlich unpassend wie sich „als Person zu verkaufen“. Das Problem im Dialog ist die Distanz zwischen beiden Parteien und der Umstand, dass die meisten „Unternehmen“ patholgische Lügner sind. Firmen haben ja in der Regel so etwas wie eine „Antisoziale Persönlichkeitsstörung“. Ich weiß schon, es ist Grundlage des herrschenden wirtschaftlichen Systems und es ist gleichzeitig auch naiv zu behaupten Unternehmen seien Böse, was ich auch gar nicht glaube.

      Authentizität bedeutet auch zu sich selbst erlich zu sein. Viele könnten dann aber gar nicht mehr existieren, weil sie mit ihren Produkten absolut keinen Wert in die Gesellschaft bringen. Der erste Schritt in die richtige Richtung ist daher sich erstmal selbst zu fragen: „Was können wir besser machen?“. Wenn man seine Vision und ihr Ergebnis ehrlich vermitteln will, dann muss man eben nicht nur nach außen hin ehrlich sein. Und sich schon gar nicht „authentisch darstellen“. Denn wer sich darstellt ist nicht authentisch. Auch eine Sache die im Social Media Bereich tatsächlich gilt ist nämlich, dass Ehrlichkeit unter Garantie gut „ankommt“.

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  1. Die realen Netzwerke « Soziale Netzwerke - November 22, 2010

    […] Ergänzung zu der Thematik meines letzten Beitrags (der natürlich noch fortgesetzt wird) möchte ich an dieser Stelle zum einen den Vortrag des […]

  2. Das Unternehmen als Person? Teil II « - Februar 20, 2011

    […] DEN ZAHN GEFÜHLT. Im letzten Teil habe ich behauptet, Unternehmen würden zwar an den Diskussionen im Internet teilnehmen wollen, […]

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