Wer ich bin, was ich mache und wie ich will, dass du mich siehst! Teil II

13 Dez

WAS GEBE ICH VON MIR PREIS? Für den zweiten Teil habe ich eine weitere Studie im Community-Kontext betrachtet und ausgewertet. Die Ergebnisse geben Auskunft darüber, welche Art von Informationen Nutzer generell im Internet veröffentlichen. Die Angaben der vorliegenden Studie sind bei (wie gesagt) kontextbezogener Interpretation der Daten im Prinzip Deckungsgleich mit den Werten aus Teil I.

PROFILIEREN. 83% der Befragten (Internet-Nutzer ab 14 Jahre) gaben an, ein Profil oder mehrere Profile mit Angaben zur eigenen Person im Internet veröffentlicht zu haben. Das entspricht ca. 36,8 Millionen Menschen. Im Vergleich könnte man daraus schließen, dass nur etwa 55,4% davon Profile in Social Networks und Communities angelegt haben (was sich wiederum grob mit den 46% aus der in Teil I untersuchten Studie decken würde). 16,4 Millionen Menschen hatten demnach zwar ebenfalls ein Profil mit Angaben zur eigenen Person im Internet veröffentlicht, allerdings in einem anderen Rahmen. Es ließen sich nun einerseits Profile aus Kontakt- oder Partnerborsen (1,8 Millionen haben dort persönliche Informationen veröffentlicht), und aus Blogs (0,4 Millionen) abziehen, was immer noch 14,2 Millionen offen lassen würde. Aus einer anderen Studie zum Thema könnte man nun könnte man nun ableiten, dass 8,9 Millionen Menschen ein Profil in Foren und gut 6 Millionen ein Profil bei diversen Unterhaltungs- und E-Commerce-Anbietern angelegt haben; dabei sind diejenigen erfasst, die dort Rezensionen, Wertungen oder Testberichte verfassen (was nicht unmittelbar als Veröffentlichung persönlicher Informationen gewertet werden sollte, aber als Wiedergabe persönlicher Erfahrungen und individueller Einstellung durchaus im gleichen Kontext zu betrachten ist). Das würde folgende Zusammensetzung der Veröffentlichung von Profilen mit Angaben zur eigenen Person bedeuten:



FKK-ZONE INTERNET, ODER … Das meiste dessen was an privatem Material und persönlicher Information eingestellt wird, kann in diesem Rahmen den eingestellten Profilen untergeordnet werden. So gehören zu den meisten Profilen im Internet

  • Fotos (zur eigenen Person) – 76%, das hieße 91,6% der Profile enthalten Fotos, bzw. heißt das konkret, dass 33,6 Millionen Menschen Fotos zur eigenen Person im Internet veröffentlicht haben.
  • Informationen zu Freizeit, Hobbies und Vorlieben – 58%, das hieße 69,8% der Profile, bzw. 25,7 Millionen Menschen (entspricht 39,6% der Gesamtbevölkerung)
  • Beziehungsstatus – 51%, das hieße 61,4%, bzw. 22,6 Millionen
  • berufliche Informationen – 40%, das hieße 48,4%, bzw. 17,8 Millionen
  • Urlaubs- und andere Privatfotos (was ebenfalls auf die vorrangige Verwendung in Profilen schließen lässt, denn die meisten dieser Fotos werden in Communities, Blogs oder Foren gepostet) – 34%, das hieße 40,8%, bzw. 15 Millionen
  • Lebenserfahrungen, Weltanschauungen und politische Überzeugungen – 16%, das hieße 19,3% aller Profile enthalten derartige Informationen, bzw. 7,1 Millionen Deutsche haben ihre Einstellung auf diese Weise veröffentlicht (entspricht gut 11% der Gesamtbevölkerung)

… DOCH EHER DARKROOM? Oft werden im Internet aber auch falsche Angaben zur eigenen Person gemacht. So geht aus einer weiteren Forsa-Umfrage hervor, dass

  • 50% aller Internetnutzer schonmal einen falschen Namen verwendet haben,
  • 45% nicht wahrheitsgemaße Angaben zum Alter,
  • 32% haben schonmal eine falsche Telefonnummer benutzt,
  • 27% wahren nicht ganz ehrlich bei der Angabe zu ihrem Beziehungsstatus,
  • 27% haben schon falsche E-Mail-Adressen gebraucht,
  • 25% haben Falschangaben zu ihrem Einkommen gemacht,
  • 23% zu ihren körperlichen Eigenschaften,
  • 22% zu ihrem Beruf und
  • 14% zu ihrem Geschlecht.

Man konnte daraus drei unterschiedliche Schlüsse ziehen: Erstens, dass unter den Internetnutzern Name und Alter, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Beziehungsstatus, Einkommen, körperliche Eigenschaften und Beruf und das eigene Geschlecht in absteigender Reihenfolge am Schützenswertesten gilt und daher desöfteren nicht wahrheitsgemäß angegeben wird. Zweitens, dass es sich genau umgekehrt verhält oder drittens über eine Gewichtung gar keine Aussage getroffen werden kann, da der Prozentsatz beispielsweise beim Beruf am zweitniedrigsten ausfällt, weil dieses Merkmal weitaus seltener erfragt wird als eben Name oder Alter.

GESCHÜTZT UND ANONYM. Dabei geben Nutzer folgende Gründe für ihre Falschangaben an, die sich wie folgt kategorisieren lassen:

  • Wahrung der Privatsphäre:
    • Suspekt so viele Daten preiszugeben (58% aller Internetnutzer)
    • Sichereres Gefühl (49%)
    • Keine preisgabe privater Infos (48%)
    • Schutz vor Werbung (48%)
  • Anonymitat:
    • Ausleben, ohne negative Folgen (17%)
    • Anderen Nutzern keine Möglichkeit bieten, Rückschlüsse auf die eigene Person zu ziehen (16%)
    • Lebenspartner kennen lernen (d.h. Flirt- und Erotik-Kontakte) ohne erkannt zu werden (10%)
  • Andere:
    • Aus Spaß daran, anderen einen Streich zu spielen (5%)
    • Sonstige (20%)

Die Wahrung der Privatsphäre steht bei der Angabe falscher (oder auch keiner) Daten demnach an erster Stelle.

 

Quellen:

Forsa, 2009; http://de.statista.com/statistik/daten/studie/77640/umfrage/veroeffentlichung-von-persoenlichen-informationen-im-internet/

BITKOM/Forsa, 2009; http://www.bitkom.org/files/documents/BITKOM_Praesentation_Datenschutz_Prof_Kempf_09_02_2010.pdf, S. 3

BITKOM/Forsa, 2009; http://www.bitkom.org/files/documents/BITKOM_Praesentation_Datenschutz_Prof_Kempf_09_02_2010.pdf, S. 4

 

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