Schütz Dich!

21 Jan

Freunde, Familie, Urlaub, Konsum, Freizeit, Krankheit, Geld, Liebe, Beruf – alles, was der Nutzer im Internet treibt, schlägt sich auch in seinem digitalen Spiegelbild im Netz nieder. Denn viele Anbieter im Internet lassen sich ihre Dienste in einer unsichtbaren Währung bezahlen: Informationen über ihre Nutzer, Informationen über uns! Dabei bedienen sie sich zum Beispiel unauffälliger Marker auf den Computer ihrer Kunden, den Cookies.

Doch wie funktionieren diese Cookies? Wo kommen sie her? Und was haben sie für eine Funktion?

Ein Cookie (englische Aussprache: ˈkʊki; zu Deutsch: „Keks“ oder „Plätzchen“; auch Magic Cookie, englisch für „magisches Plätzchen“) ist ein kurzer Eintrag in einer meist kleinen Datenbank oder in einem speziellen Dateiverzeichnis auf einem Computer und dient dem Austausch von Informationen zwischen Computerprogrammen oder der zeitlich beschränkten Archivierung von Informationen. Ein Cookie besteht aus mindestens zwei Bestandteilen, seinem Namen und dem Inhalt oder Wert des Cookie. Außerdem können Angaben über den zweckmäßigen Gebrauch vorhanden sein. Die Datenbank kann oft vom Benutzer des Computers ohne besondere Hilfsmittel nicht eingesehen oder verändert werden.

Was ist Scraping und wie funktioniert es?

Beim Web-Scraping werden systematisch private Informationen über Einzelpersonen oft mit Hilfe präparierter Browser abgerufen und gesammelt.

Computer von Spezialfirmen melden sich automatisch unter Scheinnamen z.B. bei sozialen Netzwerken oder Foren an und erlangen so Zugang zu den geschützten Bereichen. Dort angekommen durchforsten sie die Seiten und schaufeln massenhaft Profildaten, Freundeslisten, Chat-und Forenbeiträge auf die eigenen Festplatten.

Diese Informationen werden mit Hilfe von riesigen Datenbanken strukturiert und analysiert.

Mit modernen Analyseverfahren stellen Spezialisten denn die gesammelten Profile zu passgenauen Zielgruppen zusammen. Wer plant demnächst eine Luxusreise? Wessen Auto ist schon in die Jahre gekommen? Wer spricht besonders auf Schnäppchen an und wer legt hohen Wert auf Qualität?

Wirtschaftsunternehmen können mit diesem Wissen gezielt auf ihre Kunden zugehen und sind daher auch bereit, für diese Daten viel Geld auszugeben.

Auch politische Parteien oder Interessengruppen können über das Internet Kampagnen entwickeln, die genau auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten sind – der „Perfect Match“!

Technisch schon ausgereift, aber noch nicht im Einsatz sind moderne Methoden der Gesichtserkennung. Damit könnte zum Beispiel ein Verkäufer unbemerkt seinen Kunden identifizieren und wichtige Informationen beschaffen. Wie sieht es aus mit den finanziellen Möglichkeiten seines Gegenüber aus? Hat er sich schon bei der Konkurrenz umgeschaut?

So funktioniert´ s :

Eine Kamera nimmt das Gesicht des Kunden auf und erstellt anhand von Merkmalen wie der Gesichtsgeometrie oder dem Haaransatz ein digitales Profil. Jenes Profil wird dann mit den Profilen verglichen, die in großen Datenbanken gespeichert sind. Ist der Kunde einmal identifiziert, kann der Verkäufer wichtige Hintergrundinformationen abrufen.

Was geschieht aber, wenn man die digitale Vergangenheit eines Nutzers außer Acht lässt?

Verhaltensforscher begnügen sich schon längst nicht mehr mit dem Sammeln und Kategorisieren von Informationen über Web-Nutzer. Sie versuchen, künftige Entscheidungen und Verhaltensweisen vorherzusagen! Hierfür vergleichen sie den Kunden anhand seines Online-Verhaltens mit ähnlichen Nutzern, über die bereits mehr bekannt ist wie zum Beispiel Marktforschungsdaten, Wohngegend, Einkommen und Lebensstil. Daraus berechnen sie etwa die Wahrscheinlichkeit, ob ein Reiseveranstalter diesen Kunden zur Winterzeit eher zu einer Städtereise oder zum Faulenzen am Strand verlocke könnte.

Und so können wir uns schützen:

Auch wenn es unmöglich scheint, im Netz zu surfen und sich gleichzeitig vor allen digitalen Spähern zu schützen gibt es dennoch einige Möglichkeiten, seine Privatsphäre besser zu schützen.

  1. Spione ausschalten: In jedem Browser kann man sich als Nutzer die installierten Cookies anzeigen lassen und diejenigen entfernen, die einem nicht ganz koscher vorkommen. Es ist allerdings nicht ganz einfach, nützliche Cookies, die durchaus hilfreich sein könnten, von den lästigen Spion-Cookies zu unterscheiden.
  2. Anonyme Suchmaschinen verwenden: lyquick ist eine Suchmaschine, die keine Nutzerdaten speichert. Zudem ist sie nach EU-Datenschutzrecht geprüft.
  3. Wechselnde Anmeldenamen nutzen: Wer sich bei Web-Foren, Online-Portalen und Internethändlern immer mit demselben Pseudonym anmeldet erleichtert es den Datensammlern, übergreifende Nutzerprofile zu erstellen.
  4. Vorsicht mit Fotos: Möglichst keine Fotos von sich ins Netz stellen. Wer sich etwa daran stört, dass Freunde ihn auf ihren Fotos getaggt (markiert) haben, sollte sie darauf aufmerksam machen oder ständig auf der Hut vor neuen Tag-Angriffen sein und seine Markierungen immer wieder manuell entfernen.
  5. Sicherheitseinstellungen bei Online-Diensten kontrollieren: Google zum Beispiel bietet über die Option „Dashboard“ einen komfortablen Zugriff auf vieles, was über den jeweiligen Nutzer gespeichert ist und auch andere Firmen folgen diesem Beispiel.

 

Da es heutzutage nicht mehr vorstellbar ist, keine Fußspuren auf dem Weg durch die Welt der Online-Galaxie zu hinterlassen ist es also immens wichtig, jeden Schritt mit Bedacht zu gehen.

Wohin Dein Weg Dich auch immer führen mag…schütz Dich!

Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-76229534.html

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