Social Media Applications und Scams am Beispiel von Facebook

19 Feb

Keinem dürfte entgangen sein, dass Social Media Plattformen ihr Geld mit Werbung machen. Einen nicht zu verachtender Teil der Einnahmen bilden jedoch auch Anteile an Umsätzen von Drittanbietern, die auf jenen Plattformen ihre Programme anbieten.

Dabei geht es nicht nur um das Versenden virtueller Güter, sondern auch um ganz einfache Anwendungen die es oftmals erfordern, dass die Gegenseite das gleiche App installiert. Dabei reicht die Palette von Spielen/Gewinnspielen über Umfragen bis hin zu Gutscheinen oder der völligen Integration von Onlineshops in Facebook (Facebook Shop).

Häufig genutzt werden Spieleanwendungen wie Farmville oder kleinere Gimmicks wie iHearts, Family Tree, diverse Pokerplattformen oder eine von den (i.d.R. jedoch nicht-kommerziellen) gefühlt etwa drei Quadrillionen Quizanwendungen und psychologisch mehr als fragwürdigen Selbsttests. Geschäftsmodel der Anbieter sowie Mehrwert der Softwares sind weitläufig bekannt, mehr oder minder transparent und werden auch deswegen genutzt – man bekommt für gewöhnlich also was auf der Packung steht. Den Firmen hilft es bekannter zu werden, mit ihren Zielgruppen zusammen zu arbeiten und am Ende den Umsatz zu steigern. Diesen Trend erkennend haben sich unlängst auch Firmen etabliert, die Hilfe in genau diesem Bereich anbieten, wie jedes andere Marketingunternehmen auch; nur eben rein Online.

Ein weiteres, allgemein bekanntes Phänomen sind Angebote, die erstens keinen Nutzen bringen und zweitens dem Nutzer sogar noch schaden. Viele Denken nun an den klassischen Fall der Spam Emails – tonnenweise sinnvergewaltigter Nachrichten und Werbechlamydien, welche Angebote machen nach denen keiner verlangt hat oder Fragen beantworten, die keiner gestellt hat. Gelegentlich sind diese Mails behaftet mit Schadsoftware, wie etwa mit Trojanern oder Malware.

Verfolgt man aufmerksam neuere Trends so dürfte auffallen, dass sich ein ähnliches Phänomen in der Social Media Welt verbreitet. Im Kontrast zu „Spam“, einem Begriff der seinen Weg in den deutschen Wortschatz schon vor langer Zeit gefunden hat, trägt diese Erscheinung den Namen „Scam“ (engl. “Masche“), welche mit dem altbekannten ‚Trickbetrug‘ nah verwandt ist. Grob erklärt berühren Scams in diesem Kontext die beiden Bereiche Spam and Social Media Apps. Programme tragen anziehende Namen wie „Test your IQ”, „Tweet for cash“ oder werden als Nachrichten versendet mit Titeln wie “OMG! Did you see this picture of you?” und „Secret details about Michael Jackson’s death!“. Der sog. Dislike-Button etwa zwingt sich Facebook Kontakten regelmäßig auf und resultiert in einem Quiz, der am Ende auch wieder die Eingabe der privaten Mobilfunknummer vorsieht. Diese Anwendung geht sogar noch einen Schritt weiter und zwingt sich weiter für Firefox auf – womit sie also auch auf die heimische Platte kommt. Letztere App wurde allerdings vor kurzem von Facebook verbannt.

Fazit:

Ein großes Problem im Unterschied zu schadhaften Emails ist hier ganz klar, dass ein eventueller Virenschutz auf dem Rechner umgangen wird, weil er schlichtweg zum einen nicht angesprochen wird: Wird der Nutzer nach seiner Handynummer gefragt, poppt keine Nachricht aus dem Task-Tray auf mit dem Hinweis, dass es sich um Betrug handeln könnte (auch wenn fairerweise auf die jedoch noch unzulänglichen diversen Phishing-Filter hingewiesen werden sollte). Zum anderen können Scams sich auch ohne die Festplatte, z.B. in Form von Kettenbriefen, verbreiten. Somit ist es für den Schaden nichtmehr von Nöten sich selbst zu vermehren, da nun auch der User selbst erfolgreich dazu beiträgt.

 Quellen:

http://www.socialmarketingagentur.com/leistungen/social-media-applications/

http://fightfraud.nv.gov/SocialMediaScams.htm

http://chiefmarketer.com/disciplines/online/0922-social-media-applications/

http://www.thomashutter.com/index.php

Zarella, D. (2009): The Social Media Marketing Book. O’Reily Media Sebastopol, 1. Auflage.

Bildquelle:

http://www.elexpress.de/wp-content/uploads/facebook-spiel-statusmeldungen.png

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